Sardinien

Die Karibik im Mittelmeer.

3 Mädls on tour

(Lesezeit: 7min)

Im Kara Kiosk habe ich mich niedergelassen, im schattigen Gastgarten des Flughafenrestaurants in Olbia. Meinen Handgepäck Trolley und Tagesrucksack neben mir abgestellt, saß ich auf einen großen einladenden Tisch. Es waren noch zwei Stunden Wartezeit bis die Mädls von Frankfurt einflogen. Selbst wohnhaft im Süden Österreichs habe ich die Kurzstrecke von Venedig genommen. So startete ich bereits am späten Nachmittag mit einer traditionellen Pizza Sardegna und einem kleinen Bier in den zehn-tägigen Urlaub. Rundum zufrieden und glücklich, diese Auszeit bei herrlichen Temperaturen und in aller Ruhe zu beginnen, kam ich auch sogleich ins Gespräch mit dem Ehepaar bei mir am Tisch. Sie gaben mir hilfreiche Tipps von netten Ortschaften wie Castelsardo, Bosa, Costa Rei und auch zu unzähligen sehenswerten Stränden. Die ganze Nordküste sei einfach fantastisch, meinten sie. 

Kurz darauf war ihr Flieger bereit. Ein kurzer Gruß und weg waren sie. Ich war froh nun ein paar Orientierungspunkte auf der Insel zu haben, konnte ich mich nicht allzu viel der Vorbereitung für diesen Trip widmen. Ein Blick auf die Uhr. Nur noch eine Stunde und ich konnte Felicitas und Anabell begrüßen.

Die Stunde verging recht schnell, der einladende Tisch war wie ein Magnet und gleich lernte ich noch weitere Reisende kennen. 

Nach diesen interessanten und spaßigen Begegnungen begrüßte ich die beiden spät Gelandeten. Ein freudiges Hallo und ab zum Mietwagenverleih um die Ecke. Im Handumdrehen hatten wir auch schon die Autoschlüssel für unseren Flitzer und fuhren Richtung Norden. Erster Stopp: Palau

Nach einer dreiviertel Stunde erreichten wir das wunderschön angelegte Hafenstädtchen. Vorgelagert befindet sich das La Maddalena Archipel, welches wir sogar vom Zimmerfenster aus sehen konnten. Ein traumhafter Aus- und Anblick! Diesen über 60 kleine und große Inseln umfassenden Nationalpark mussten wir uns näher ansehen.. 

Bootstrip im La Maddalena Archipel

Die Nordküste, Tag 1 - 4

Nach 2 Tagen im wunderschönen Palau, ging es weiter nach Porto Pollo. Ein bekannter Ort zum Windsurfen, heißt es. Doch viel zu früh für solche sportlichen Aktivitäten, genossen wir stattdessen einen Latte Macchiato in einen der gemütlichen Strandbars. Mit Blick auf die untiefe, kristallklare Bucht beobachteten wir die Lernwilligen.

Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang fuhren wir entlang der Nordküste weiter und hielten an der Costa Paradiso, ein Küstenabschnitt und Feriensiedlung zugleich. Prägend für diese Region sind die roten Prophyrsteine, welche aus dem türkisen Meer und an Land hervorragen. Wie der Name der Ortschaft schon sagt - einfach paradiesisch!

Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir in das charmante Küstenstädtchen Castelsardo ein. Die auf einer felsigen Halbinsel erbaute Festung leuchtete uns in warmen Rottönen bereits von Weitem entgegen. Ein geheimer Dank ging an das Päarchen vom Flughafenrestaurant für den tollen Tipp! 

Als wir auf einer der Terrassen unterhalb der Kathedrale unseren Aperitivo bestellten, ging der Vollmond im Osten auf und gleichzeitig die Sonne im Westen unter. Das Naturschauspiel beobachteten wir mit einem herrlichen Blick auf den Golfo dell'Asinara und die Halbinsel von Stintino.

Restaurant da Robertino in Palau

Castelsardo Oldtown

Castelsardo

Aussichtspunkt bei Palau

Die Westküste, Tag 4 - 6

Kurve um Kurve schlängelte sich unser Weg weiter durch den Nordwest Teil Sardiniens. Alghero - von einigen als die schönste Stadt der Insel bezeichnet - wurde ausgelassen. Dorthin werden wir am Ende unserer Reise, zum Rückflug, zurückkehren. Bosa war stattdessen unser ausgewähltes Ziel. Entlang der atemberaubenden Küstenstraße gelangten wir direkt ins Küstendorf. Dort angekommen, konnten wir bei einem klassischen Insalata Caprese die wagemutigen Kitesurfer in Ufernähe beobachten. Sardinien, wie es scheint, bietet für so viele Interessengruppen und Sportbegeisterte das passende Angebot!

Wir entschieden uns am selben Tag noch nach Santu Lussurgiu zu fahren. Etwas landeinwärts befindet sich dieses Bergdorf am Südosthang des Montiferru. Dieser Ort erhebt sich vor dem Hintergrund eines inaktiven Vulkankegels und ist bekannt für die Siete Fuentes, die sieben Quellen, aus denen glasklares Trinkwasser sprudelt. Vorort gönnten wir uns dann ein mehr-gängiges Menü mit viel gesundem Wasser und Wein.

Santu Lussurgiu und das Festmahl

Nächster Halt: Spiaggia di Is Arutas. Zurück an der Küste besuchten wir diesen langen Quarzsandstrand, oder auch Reiskornstrand genannt. Den Tipp bekam ich von einer guten Freundin und ist definitv ein Besuch wert! Zur Erklärung: Es gibt ja bekanntlich jene Menschen, die keine Steinstrände mögen, da es auf den harten Brocken oftmals sehr ungemütlich werden kann. Und es gibt jene Menschen, die keine Sandstrände mögen, da der Sand einfach überall picken bleibt. Dieser Reiskornstrand ist die Lösung! Nicht zu hart und nicht zu weich. Schmerzt nicht, pickt nicht. Unbedingt ausprobieren!


Zum Übernachten ging es weiter nach Buggerru, einer ehemaligen Bergarbeiterstadt. Im wunderschönen Hotel La Rosa Dei Venti eingecheckt, machte sich jede auf ihre eigene Entdeckungsreise. Während Fee das Dörfchen erkundete, verabschiedete sich Anabell ins Träumeland, und ich machte mich auf den Weg zum Strand. Windgepeitscht spazierte ich dennoch entlang des kleinen Küstenabschnitts auf einen der breiten, asphaltierten Stege. Und da kamen sie schon angerannt und überholten mich von links und rechts. Stark motivierte Surfer sprangen voller Freude in die doch sehr beeindruckenden Wellen. Vom einst wichtigsten Wirtschaftszentrum Sardiniens ist nicht mehr viel übrig, aber dennoch ein guter Tipp für Reisende, die gerne mal abseits der ausgetretenen Pfade etwas erleben wollen.

Buggerru - ein verstecktes Surfer Paradies ;)

Die Südküste, Tag 6

Wir verabschiedeten uns von der Westküste und bogen Richtung Südküste ab. Nach tagelangem gemütlichen Herumkurven, Traumstrände besuchen und die feine Kulinarik genießen, wurde unsere Felicitas schon etwas unruhig. Der allmorgendliche Lauf war für sie schon lange nicht mehr ausreichend, um entspannt über den Tag zu kommen. So setzten wir unsere Sportskanone mit gutem Gewissen in einem Fahrradgeschäft in Cagliari ab. Obwohl Anabell und ich ebenfalls Lust hatten uns ein Rad zu leihen, entschieden wir uns in Anbetracht der geplanten Tagesetappe dann doch recht rasch für das Auto. Felicitas wollte nämlich an der Küstenstraße entlang zur etwa 80 km entfernten Costa Rei an der Ostküste radeln.

Ein kurzes "Baba, bis später!" und weg war sie. Nachdem der Wind etwas zulegte, fühlten wir uns abermals bestätigt in unserer Entscheidung und fuhren gemütlich der Küste entlang. Ein paar Stopps oberhalb der türkisfarbenen Strände ließen wir uns nicht nehmen und inhalierten immer wieder den Karibik Flair am Mittelmeer. Nach einem absolut empfehlenswerten Abstecher ins schicke Villasimius, breiteten wir letztendlich unsere Badesachen am Solanas Strand aus. Dort verbrachten wir einen entspannten und genussreichen Nachmittag. Das etwas andere Programm.

happy moments :)

Spiaggia di Is Arutas - Reiskornstrand

Relaxen am Solanas Beach

Südküste on bike

Villasimius und die türkisfarbenen Strände der Südküste

Die Ostküste, Tag 6 - 8 

Wieder vereint schlenderten wir durch das Örtchen Costa Rei. Nach diesen weiteren grandiosen Urlaubstag, ließen wir uns es nicht nehmen wieder voll und ganz in die kulinarischen Köstlichkeiten einzutauchen. Im Restaurant L'Aragosta wurden wir fündig und probierten uns durch die lokalen Schmankerl. Welch' ein Genuss!

Costa Rei

Sonnenaufgang

Restaurant L'Aragosta - top!

Die Ruhe genießen..

Am nächsten Morgen unternahm ich einen Strandspaziergang bei Sonnenaufgang. Nachdem ich es nicht allzu oft schaffe, um diese Tageszeit aktiv zu sein, genoss ich es umso mehr, an dem langen und breiten goldenen Sandstrand der Costa Rei zu schlendern, während sich die Sonne über dem Horizont aufbäumte. Eine tolle Stimmung! Man merkte deutlich, dass bereits Nachsaison war. Der Strand fast menschenleer, lediglich ein paar JoggerInnen und eine Yogagruppe fielen mir auf.

Nach diesem friedvollen Start in den Tag ging es los in das ca. 100 km nördlich gelegene Baunei. In der Nähe dieses Dorfes liegt nämlich der Ausgangspunkt zu einer der schönsten Wanderungen auf der Insel. Schnell waren wir voller Vorfreude und Spannung auf die bevorstehende Trekking Tour zur sogenannten Cala Goloritzé, eine wilde Bucht mit weißem Kieselstrand. Und genau so war es!

Cala Goloritzé und das verträumte Dörfchen Santa Maria Navarrese

Santa Maria di Navarrese - the place to be! Genauer gesagt: im Ostello Bellavista. Diese Herberge bietet zwar sehr einfache Zimmer, aber gleichzeitig einen unbeschreiblichen Blick auf die endlos langen, hellen Sandstrände der Ogliastra. Direkt vor der Haustüre befindet sich auch der Eingang zum Küstenwanderweg Pedra Longa. Die Begeisterung war bei uns allen gleich hoch diesen Trek am nächsten Tag noch zu machen und so verlegten wir unsere geplante Abfahrtszeit nach hinten. Die 3 stündige Wanderung (hin- und retour) war eines meiner persönlichen Highlights dieser Sardinien Reise!

Fantastische Küstenwanderung Pedra Longa 

Letzter Stopp: Alghero, Tag 8 - 10

Anabell verabschiedeten wir in der Stadt Nuoro, einer der Hauptknotenpunkte der öffentlichen Busse in Sardinien. Ihr Flug ging von Olbia zurück in die Heimat. So machten wir uns nur noch zu zweit auf den Weg nach Alghero, einmal quer durch die Insel. Felicitas und ich, beide waren wir auf die mittelalterliche Stadt gespannt, die wir anfangs nur gestreift hatten.

Alghero by night..

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Anzeigen”, um den Cookie-Richtlinien von Youtube zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Youtube Datenschutzerklärung. Du kannst der Nutzung dieser Cookies jederzeit über deine eigenen Cookie-Einstellungen widersprechen.

Anzeigen

Als Hauptstadt der Korallenküste berühmt, verzauberte uns die kopfsteingepflasterte, mit kunstvoller Dekoration geschmückten Altstadt auf Anhieb. Als wir durch die Gassen schlenderten, entdeckten wir allerlei schöne Sachen in den kleinen aneinandergereihten Geschäften. Leider waren wir zu müde, um richtig loszulegen. So planten wir für den nächsten und letzten Tag auf dieser faszinierenden Insel etwas im Hotel zu Wellnessen  und Souvenirshopping in der Altstadt. Nach den abenteuerlichen 8 Tagen on tour merkten wir langsam die Kräfte schwinden.

Am nächsten Morgen kam jedoch alles anders. Anstatt wie geplant den Tag gemütlich zu verbringen, liehen wir uns ein Fahrrad und starteten in Richtung Naturpark Porto Conte bis zum Capo Caccia und der Grotta di Nettuno. Ein letzter, richtig heißer und anstrengender, aber wunderschöner Tag auf unserer Entdeckungsreise durch Sardinien!

Letzter aktiver Tag - Radtour zum Naturpark Porto Conte

Grotta di Nettuno

Pause am Spiaggia Tramariglio

Grotta di Nettuno

Porto Conte vom Flugzeug aus

...Würde ich nun am Flughafen in Olbia sitzen und von einem Neuankömmling nach Tipps gefragt werden, würde ich auf Anhieb "die ganze Insel" empfehlen. Außerdem sollte man sich für das nächste Mal auch noch etwas aufheben :)

Reiseroute & Stopps

Landung in Olbia, Abflug in Alghero

Norden                       

Palau - La Maddalena - Porto Pollo - Costa Paradiso - Castelsardo

Westen                  

Alghero - Bosa - Santa Maria del Mare - Santu Lussurgiu - Spiaggia di Is Arenas - Buggerru

Süden

Cagliari - Spiaggia di Solanas - Villasimius

Osten

Costa Rei - Cala Goloritzé - Santa Maria Navarrese - Pedra Longa - Nuoro 

Lust auf mehr?